Viele denken bei Förderung fürs Eigenheim nur an die KfW. Dabei hat jedes Bundesland eine eigene Förderbank – und deren Programme sind oft noch attraktiver: Darlehen mit sehr niedrigen Zinsen oder sogar zinsfrei, Zuschüsse pro Kind und lange Zinsbindungen. Hier erfährst du, wie Landesförderung funktioniert, welche Förderbank für dich zuständig ist und worauf du achten musst.
Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Redaktion Eigenheim 2.0
Kurz erklärt
Alle 16 Bundesländer fördern selbst genutztes Wohneigentum über eigene Förderbanken. Typisch sind zinsverbilligte Darlehen, Zuschüsse oder höhere Beträge für Familien mit Kindern und Einkommensgrenzen nach Landesrecht. Der Antrag läuft meist über eine Stelle bei Stadt oder Landkreis oder über die Hausbank – fast immer vor dem Kauf- oder Bauvertrag. Landesförderung lässt sich häufig mit KfW-Programmen kombinieren.

Die Förderbanken der Bundesländer
| Bundesland | Förderbank | Ratgeber |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | L-Bank | Zum Beitrag |
| Bayern | BayernLabo | Zum Beitrag |
| Berlin | Investitionsbank Berlin (IBB) | Zum Beitrag |
| Brandenburg | Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) | Zum Beitrag |
| Bremen | Bremer Aufbau-Bank (BAB) | Zum Beitrag |
| Hamburg | Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) | Zum Beitrag |
| Hessen | Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) | Zum Beitrag |
| Mecklenburg-Vorpommern | Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI) | Zum Beitrag |
| Niedersachsen | NBank | Zum Beitrag |
| Nordrhein-Westfalen | NRW.BANK | Zum Beitrag |
| Rheinland-Pfalz | Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) | Zum Beitrag |
| Saarland | Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) | Zum Beitrag |
| Sachsen | Sächsische Aufbaubank (SAB) | Zum Beitrag |
| Sachsen-Anhalt | Investitionsbank Sachsen-Anhalt | Zum Beitrag |
| Schleswig-Holstein | Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) | Zum Beitrag |
| Thüringen | Thüringer Aufbaubank (TAB) | Zum Beitrag |
Wir stellen die Programme der einzelnen Länder nach und nach in eigenen Beiträgen vor, mit Stand und Quelle. Zu jedem Bundesland gibt es einen eigenen Beitrag mit den aktuellen Programmen, Stand und Quellen.
Wie Landesförderung funktioniert
Die Länder fördern Wohneigentum im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung. Ziel ist es, Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen – vor allem Familien – den Weg ins eigene Zuhause zu erleichtern. Dafür gibt es meist ein Darlehen, das deutlich günstiger ist als ein Bankkredit. Einige Länder verzichten in den ersten Jahren ganz auf Zinsen, andere senken den Zins für eine lange Zinsbindung. Häufig steigt der Förderbetrag mit jedem Kind, und manche Länder zahlen pro Kind einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.
| Baustein | Typische Ausgestaltung |
|---|---|
| Darlehen | zinsverbilligt oder zeitweise zinsfrei, oft nachrangig im Grundbuch |
| Kinderbonus | höherer Darlehensbetrag oder Zuschuss pro Kind |
| Tilgungsnachlass | Teil des Darlehens muss nicht zurückgezahlt werden |
| Zusatzförderung | zum Beispiel für Barrierefreiheit, Holzbau oder hohe Energieeffizienz |
| Einkommensgrenzen | nach dem Wohnraumförderungsrecht des jeweiligen Landes |
| Eigenkapital | oft ein Mindestanteil, teilweise als Eigenleistung möglich |
Wer Landesförderung bekommt
Die Programme richten sich an Privatpersonen, die selbst einziehen. Fast überall gelten Einkommensgrenzen, die sich nach Haushaltsgröße und Kinderzahl richten. Maßgeblich ist meist nicht das Bruttogehalt, sondern ein nach Landesrecht berechnetes Einkommen, bei dem pauschale Abzüge für Steuern und Sozialversicherung berücksichtigt werden. Viele Familien liegen dadurch unter den Grenzen, obwohl ihr Bruttoeinkommen auf den ersten Blick zu hoch wirkt. Einige Länder haben zusätzlich Programme für höhere Einkommen, mit kleineren Vorteilen.
Daneben gibt es Bedingungen zur Wohnfläche, zur Angemessenheit der Kosten und oft zum Energiestandard bei Neubauten. Wer schon einmal Wohneigentumsförderung erhalten hat, ist häufig ausgeschlossen.
Der wichtigste Grundsatz: Antrag vor Vertrag
In fast allen Ländern gilt: Der Förderantrag muss gestellt sein, bevor du den Kaufvertrag beim Notar unterschreibst oder den Bauvertrag abschließt. Wer zuerst unterschreibt, verliert die Förderung meist. Ausnahmen gibt es teilweise für Verträge mit Rücktrittsrecht oder aufschiebender Bedingung. Grundstückskauf und Planung zählen in vielen Ländern noch nicht als Beginn. Kläre die Reihenfolge deshalb ganz am Anfang.
Wo der Antrag gestellt wird
Je nach Land läuft der Antrag über die Wohnraumförderstelle der Stadt oder des Landkreises, über ein Online-Portal der Förderbank oder über die Hausbank. Die zuständige Stelle findest du auf der Website deiner Landesförderbank oder bei deiner Stadtverwaltung.
Landesförderung und KfW kombinieren
Landesprogramme und KfW-Programme schließen sich in der Regel nicht aus. Häufig deckt das Landesdarlehen einen großen Teil, ein KfW-Kredit einen weiteren und das Bankdarlehen den Rest. Einige Länder vergeben KfW-Programme sogar über die eigene Förderbank. Grenzen gibt es, wenn dieselben Kosten doppelt gefördert würden oder wenn ein Programm Kombinationen ausdrücklich ausschließt. Eine Übersicht über die KfW-Programme findest du im Beitrag KfW-Förderung fürs Eigenheim.
Förderung von Städten und Gemeinden
Neben Bund und Ländern fördern viele Kommunen den Erwerb von Wohneigentum. Verbreitet sind vergünstigte Bauplätze für Familien oder Einheimische, Zuschüsse für Familien mit Kindern beim Kauf eines Altbaus im Ortskern oder Förderprogramme für energetische Sanierung. Diese Angebote sind sehr unterschiedlich und oft wenig bekannt. Ein Anruf bei der Gemeinde oder ein Blick auf deren Website lohnt sich.
Typische Fehler bei der Landesförderung
- Kaufvertrag vor dem Förderantrag unterschrieben
- Einkommensgrenze anhand des Bruttogehalts falsch eingeschätzt
- Wohnfläche über der zulässigen Grenze
- Eigenkapitalanforderung unterschätzt
- Nicht geprüft, ob die Gemeinde zusätzlich fördert
So gehst du vor
- Förderbank deines Landes finden: Die Tabelle oben zeigt, wer zuständig ist.
- Einkommen grob prüfen: Viele Förderbanken bieten Online-Rechner für eine erste Einschätzung.
- Beratung nutzen: Förderbank, Wohnraumförderstelle oder ein Finanzierungsspezialist klären die Details.
- Finanzierung zusammenstellen: Landesdarlehen, KfW-Kredit und Bankdarlehen aufeinander abstimmen.
- Antrag stellen: Vor dem Kauf- oder Bauvertrag bei der zuständigen Stelle.
Woran du ein gutes Landesprogramm erkennst
Die Programme der Länder unterscheiden sich stark. Beim Vergleich helfen ein paar Fragen: Wie lange ist der Zins verbilligt oder ganz ausgesetzt? Gibt es einen Zuschuss oder Tilgungsnachlass, der nicht zurückgezahlt werden muss? Wie stark steigt die Förderung mit jedem Kind? Und welche Nebenkosten fallen an, etwa Bearbeitungsentgelte oder laufende Verwaltungskosten? Ein Darlehen mit null Prozent Zins, aber hohen Verwaltungskosten kann im Ergebnis teurer sein als ein günstig verzinstes Darlehen ohne Zusatzkosten. Ein Spezialist rechnet die Varianten für dich durch.
Förderung für Modernisierung und Barrierefreiheit
Viele Länder fördern nicht nur Kauf und Bau, sondern auch die Modernisierung selbst genutzter Häuser. Typisch sind Darlehen für energetische Maßnahmen und den barrierearmen Umbau, oft mit Tilgungsnachlass. Diese Programme lassen sich häufig mit der Heizungsförderung der KfW und der BAFA-Förderung für die Gebäudehülle kombinieren. Wer ein älteres Haus kauft, sollte deshalb Kauf- und Modernisierungsförderung gemeinsam planen.
Der richtige Zeitplan
Weil die Förderung vor dem Kauf- oder Bauvertrag beantragt werden muss, lohnt sich ein klarer Zeitplan. Starte mit der Prüfung der Einkommensgrenzen und einer ersten Finanzierungsberatung, sobald du ernsthaft suchst. Wenn du ein Objekt gefunden hast, reichst du den Förderantrag ein und vereinbarst parallel das Bankdarlehen. Erst wenn der Antrag eingegangen ist und die zuständige Stelle grünes Licht für die nächsten Schritte gibt, folgt der Notartermin. Verkäufer reagieren oft verständnisvoll, wenn man erklärt, dass eine Förderung beantragt wird – sprich das Thema früh an.
Ein Tipp zum Schluss: Prüfe die Landesförderung möglichst früh – am besten, bevor du überhaupt Objekte besichtigst. Dann weißt du, welche Preisspanne mit Förderung realistisch ist, und kannst gezielter suchen. Viele unterschätzen, wie stark ein günstiges Landesdarlehen die monatliche Rate senkt.
Was sich zuletzt geändert hat
- 09.10.2026: Übersicht erstellt, Beiträge zu Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg verlinkt.
Begriffe kurz erklärt
- Soziale Wohnraumförderung
- Förderung von Wohnraum für Haushalte, die sich am Markt nicht ausreichend versorgen können. Dazu gehört auch die Eigentumsförderung.
- Wohnraumförderstelle
- Stelle bei Stadt oder Landkreis, die Anträge entgegennimmt und prüft.
- Tilgungsnachlass
- Teil eines Förderdarlehens, der nicht zurückgezahlt werden muss.
- Nachrangiges Darlehen
- Darlehen, das im Grundbuch hinter dem Bankdarlehen steht.
- Einheimischenmodell
- Vergünstigte Bauplätze für Menschen mit Bezug zur Gemeinde.
Das Wichtigste in Kürze
- Jedes Bundesland fördert Wohneigentum über eine eigene Förderbank.
- Typisch sind günstige Darlehen, Kinderboni und Einkommensgrenzen.
- Antrag fast immer vor dem Kauf- oder Bauvertrag stellen.
- Landesförderung lässt sich meist mit KfW kombinieren.
- Auch Gemeinden fördern oft, etwa mit günstigen Bauplätzen.
Häufige Fragen
Welche Förderbank ist für mich zuständig?
Die des Bundeslands, in dem die Immobilie liegt – nicht unbedingt die deines aktuellen Wohnorts.
Bekomme ich Landesförderung, wenn ich gut verdiene?
Die meisten Programme haben Einkommensgrenzen. Einige Länder haben Varianten für höhere Einkommen. Eine Prüfung lohnt sich, weil die Grenzen oft höher liegen, als man denkt.
Gibt es Landesförderung auch für gebrauchte Häuser?
In vielen Ländern ja. Die Bedingungen unterscheiden sich, teilweise gelten Anforderungen an Kosten oder Energiestandard.
Kann ich Landesförderung und KfW kombinieren?
In der Regel ja, solange dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden.
Wie lange dauert die Bewilligung?
Meist mehrere Wochen. Stelle den Antrag deshalb frühzeitig.
Gibt es Förderung für Sanierungen?
Viele Länder fördern auch die Modernisierung selbst genutzter Häuser, teils mit Tilgungsnachlass.
Welche Förderung passt zu dir?
Ein Spezialist prüft Landes- und KfW-Programme für dein Vorhaben und kombiniert sie mit der passenden Finanzierung.
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