Der Bausparvertrag gehört zu den bekanntesten Wegen, für das eigene Zuhause zu sparen. Er verbindet eine Sparphase mit einem Darlehen, dessen Zins schon bei Abschluss feststeht. Dazu kommen staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester. Hier erklären wir, wie Bausparen funktioniert, für wen es sich eignet und worauf du achten solltest.
Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Redaktion Eigenheim 2.0
Kurz erklärt
Ein Bausparvertrag hat zwei Phasen: Erst sparst du einen Teil der Bausparsumme an, dann erhältst du nach der Zuteilung Guthaben und Darlehen für Wohnzwecke. Der Darlehenszins ist bei Abschluss festgelegt. Der Staat fördert Bausparer mit Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und – als Riester-Vertrag – mit Zulagen, die ab 2027 deutlich steigen.

So funktioniert ein Bausparvertrag
- Abschluss: Du wählst Tarif und Bausparsumme. Meist fällt eine Abschlussgebühr an.
- Sparphase: Du zahlst regelmäßig ein, bis das Mindestguthaben erreicht ist.
- Zuteilung: Erfüllt der Vertrag die Bedingungen der Bausparkasse, wird er zuteilungsreif.
- Darlehensphase: Du nutzt Guthaben und Bauspardarlehen für Kauf, Bau, Modernisierung oder Umschuldung und zahlst das Darlehen in festen Raten zurück.
Das Besondere ist die Zinssicherheit: Wer heute weiß, dass er in einigen Jahren Geld für eine Modernisierung oder die Anschlussfinanzierung braucht, kann sich mit einem Bausparvertrag schon jetzt einen festen Darlehenszins sichern.
Für wen sich Bausparen eignet
| Ziel | Eignung | Warum |
|---|---|---|
| Eigenkapital für den Hauskauf aufbauen | gut | Guthaben zählt als Eigenkapital, Förderung möglich |
| Modernisierung in einigen Jahren | sehr gut | fester Darlehenszins, auch für kleinere Beträge |
| Anschlussfinanzierung absichern | gut | Zins für einen Teil der Restschuld sichern |
| Reine Geldanlage | eher nicht | Guthabenzins meist niedrig, Gebühren |
Staatliche Förderung beim Bausparen
Drei Förderwege stehen Bausparern offen. Die Wohnungsbauprämie gibt es auf eigene Einzahlungen, wenn das zu versteuernde Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt. Die Arbeitnehmersparzulage fördert vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers. Und als Riester-Bausparvertrag erhält der Vertrag Riester-Zulagen, die ab 2027 mit dem Altersvorsorgereformgesetz deutlich steigen. Alle Details stehen in unseren Ratgeber-Beiträgen zur Wohnungsbauprämie und zu Wohn-Riester ab 2027.
Die richtige Bausparsumme und der passende Tarif
Die Bausparsumme setzt sich aus Guthaben und Darlehen zusammen. Sie sollte zu deinem Ziel passen: Wer nur die Förderung nutzen möchte, wählt eine kleine Summe. Wer das Darlehen für eine Modernisierung oder Anschlussfinanzierung einplant, rechnet vom benötigten Betrag und Zeitpunkt aus rückwärts. Tarife unterscheiden sich bei Guthabenzins, Darlehenszins, Gebühren und Mindestsparzeit. Ein niedriger Darlehenszins geht meist mit einem niedrigen Guthabenzins einher. Ein Vergleich verschiedener Bausparkassen lohnt sich.
Bestehenden Bausparvertrag prüfen
Viele haben noch einen älteren Bausparvertrag in der Schublade. Bevor du ihn kündigst, lohnt sich ein Blick auf die Konditionen: Ältere Verträge haben manchmal attraktive Guthabenzinsen oder Darlehenszinsen, die heute nicht mehr angeboten werden. Ist der Vertrag zuteilungsreif, kann das Darlehen eine Modernisierung oder einen Teil der Anschlussfinanzierung günstig abdecken. Bei Kündigung kann dagegen die Wohnungsbauprämie verloren gehen.
Häufige Fehler beim Bausparen
- Bausparsumme zu hoch gewählt und damit unnötig hohe Abschlussgebühr gezahlt
- Förderung nicht beantragt
- Vertrag gekündigt, obwohl das Darlehen später sinnvoll gewesen wäre
- Bausparen als reine Geldanlage genutzt
- Zuteilungszeitpunkt nicht mit dem geplanten Vorhaben abgestimmt
Gut zu wissen: Bausparverträge unterliegen einer besonderen Aufsicht und dem Bausparkassengesetz. Die Bausparkassen dürfen die Gelder ihrer Kunden nur für wohnwirtschaftliche Zwecke einsetzen. Das macht den Bausparvertrag zu einem vergleichsweise sicheren und klar geregelten Produkt.
Guthabenzins und Darlehenszins
Jeder Bauspartarif hat zwei Zinssätze: den Guthabenzins in der Sparphase und den Darlehenszins in der Darlehensphase. Beide hängen zusammen. Tarife mit besonders niedrigem Darlehenszins zahlen meist nur einen geringen Guthabenzins, Tarife mit höherem Guthabenzins haben dafür einen höheren Darlehenszins. Wer das Darlehen sicher nutzen will, wählt einen Tarif mit niedrigem Darlehenszins. Wer vor allem sparen möchte und das Darlehen eher nicht braucht, achtet auf den Guthabenzins und die Gebühren.
So funktioniert die Zuteilung
Wann ein Bausparvertrag zugeteilt wird, hängt nicht nur vom angesparten Guthaben ab. Bausparkassen berechnen eine Bewertungszahl, die mit der Höhe des Guthabens und der Dauer der Einzahlungen steigt. Erst wenn Mindestguthaben, Mindestsparzeit und Mindestbewertungszahl erreicht sind, ist der Vertrag zuteilungsreif. Einen festen Zuteilungstermin dürfen Bausparkassen nicht garantieren. Wer schneller an sein Darlehen kommen möchte, kann höhere Sparraten oder Sonderzahlungen leisten.
Bausparen und Baufinanzierung kombinieren
Ein Bausparvertrag kann ein wertvoller Baustein einer Baufinanzierung sein. Beim Kauf zählt das angesparte Guthaben als Eigenkapital. Das spätere Bauspardarlehen kann einen Teil der Finanzierung mit festem Zins übernehmen – zum Beispiel, um die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung abzusichern. Eine weitere Variante ist die Kombination aus tilgungsfreiem Vorausdarlehen und Bausparvertrag: Während der Sparphase zahlst du nur Zinsen auf das Darlehen, nach der Zuteilung löst der Bausparvertrag es ab. Ob das günstiger ist als ein klassisches Annuitätendarlehen, hängt von den Konditionen ab und sollte genau verglichen werden.
Bausparen für die Modernisierung
Viele Eigentümer nutzen Bausparverträge gezielt für spätere Modernisierungen. Wer weiß, dass in einigen Jahren Dach, Heizung oder Fenster fällig werden, kann heute mit dem Sparen beginnen und sich einen festen Darlehenszins sichern. Bauspardarlehen für kleinere Beträge werden oft ohne Grundschuld vergeben, was die Abwicklung vereinfacht. Zusammen mit Zuschüssen von KfW und BAFA lässt sich so eine Sanierung solide finanzieren.
Wohn-Riester: Bausparen mit Altersvorsorge
Ein Riester-Bausparvertrag verbindet Bausparen mit der staatlichen Altersvorsorge. Die Zulagen fließen ins Guthaben, später wird das Kapital für das selbst genutzte Eigenheim eingesetzt. Im Alter wohnst du dann mietfrei oder mit geringer Restschuld. Ab 2027 steigen die Zulagen deutlich, und der Mindesteigenbeitrag liegt einheitlich bei 120 Euro. Besonders für Familien mit Kindern kann das sehr attraktiv sein. Wie viel Zulage bei dir möglich ist, zeigt der Eigenheimrente-Rechner.
Checkliste vor dem Abschluss
- Ziel festlegen: Eigenkapital, Modernisierung oder Anschlussfinanzierung?
- Bausparsumme passend zum Ziel wählen
- Tarife verschiedener Bausparkassen vergleichen
- Förderanspruch prüfen und Antrag stellen
- Zeitpunkt der Zuteilung mit dem Vorhaben abstimmen
Wann sich Bausparen nicht lohnt
Wer das Darlehen sicher nicht braucht und nur möglichst hohe Zinsen auf sein Erspartes möchte, ist mit anderen Sparformen meist besser bedient. Auch wer sehr kurzfristig kaufen will, profitiert kaum, weil die Sparphase Zeit braucht. In solchen Fällen ist ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto für das Eigenkapital oft die bessere Wahl.
Bausparen in der Familie
Bausparen ist auch ein Thema für die ganze Familie. Eltern und Großeltern können Kindern und Enkeln mit einem Bausparvertrag einen Grundstock für die erste eigene Wohnung schaffen. Ab 16 Jahren gibt es auf eigene Einzahlungen der Kinder die Wohnungsbauprämie, wobei das Einkommen des Kindes zählt. Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, darf nach sieben Jahren einmalig frei über Guthaben und Prämie verfügen. Viele Auszubildende erhalten außerdem vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber, auf die es die Arbeitnehmersparzulage gibt.
Bei Paaren lohnt sich ein Blick auf die Förderung beider Partner: Verheiratete und eingetragene Lebenspartner nutzen gemeinsam doppelte Höchstbeträge, unverheiratete Paare jeder für sich. Mit einem Riester-Bausparvertrag erhalten beide förderberechtigten Partner eigene Grundzulagen, die Kinderzulagen kommen dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Bausparvertrag verbindet Sparen mit einem festen Darlehenszins.
- Er eignet sich vor allem für Vorhaben mit einigen Jahren Vorlauf.
- Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester fördern das Bausparen.
- Bausparsumme und Tarif müssen zum Ziel passen.
- Alte Verträge vor einer Kündigung prüfen lassen.
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Begriffe kurz erklärt
- Bausparsumme
- Summe aus Guthaben und Bauspardarlehen.
- Zuteilung
- Zeitpunkt, ab dem Guthaben und Darlehen ausgezahlt werden können.
- Bewertungszahl
- Kennzahl der Bausparkasse, die über die Reihenfolge der Zuteilung entscheidet.
- Abschlussgebühr
- Einmalige Gebühr bei Vertragsabschluss, meist ein Prozentsatz der Bausparsumme.
- Riester-Bausparvertrag
- Bausparvertrag mit Riester-Förderung für selbst genutztes Wohneigentum.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zur Zuteilung?
Das hängt von Tarif und Sparrate ab, häufig sieben bis zehn Jahre.
Kann ich das Guthaben auch ohne Darlehen nutzen?
Ja. Du kannst auf das Darlehen verzichten und nur das Guthaben auszahlen lassen. Bei geförderten Verträgen gelten dann Regeln zur Verwendung.
Ist Bausparen noch zeitgemäß?
Für Vorhaben mit Planungszeit ja – vor allem wegen der Zinssicherheit und der Förderung, die ab 2027 bei Wohn-Riester steigt.
Was kostet ein Bausparvertrag?
Typisch sind eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren. Die Höhe hängt von Tarif und Bausparkasse ab.
Kann ich mehrere Verträge haben?
Ja. Die Förderhöchstbeträge gelten aber pro Person und Jahr.
Lohnt sich Bausparen für Kinder?
Ab 16 Jahren gibt es die Wohnungsbauprämie. Bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag kann nach sieben Jahren frei über das Geld verfügt werden.
Passt ein Bausparvertrag zu dir?
Ein Bauspar-Spezialist prüft Tarif, Bausparsumme und Förderung – oder ob sich dein bestehender Vertrag noch lohnt.
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