Brandenburg hat seine Wohneigentumsförderung für 2026 bis 2028 neu aufgestellt und deutlich verbessert. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) vergibt ein zinsfreies Darlehen von bis zu 230.000 Euro, dazu einen Zuschuss von 10.000 Euro und weitere 10.000 Euro für jedes Kind. Ein Schwerpunkt liegt auf Innenstädten und dem Erwerb von Bestandsimmobilien.
Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Redaktion Eigenheim 2.0
Kurz erklärt
Die Wohneigentumsförderung der ILB gilt vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028. Natürliche Personen erhalten ein zinsfreies Darlehen von bis zu 230.000 Euro und einen Zuschuss von 10.000 Euro, der pro Kind um 10.000 Euro steigt. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der anerkannten Gesamtkosten. Die Tilgung beträgt 3 Prozent, die Selbstnutzung ist für 20 Jahre vorgeschrieben.

Die Förderung im Überblick
| Baustein | Regelung (Richtlinie 2026–2028) |
|---|---|
| Darlehen | zinsfrei, bis 230.000 € |
| Zuschuss | 10.000 €, nicht rückzahlbar |
| Kinderzuschlag | 10.000 € pro Kind (bisher 5.000 €) |
| Weitere Zuschläge | für Bestandserwerb, Schwerbehinderung, Barrierefreiheit oder Denkmalschutz |
| Förderanteil | bis 50 % der anerkannten Gesamtkosten |
| Tilgung | 3 % pro Jahr |
| Gebühren | einmalig 2 % der Fördersumme, laufend 0,5 % pro Jahr auf das Restdarlehen |
| Eigenleistung | mindestens 10 bis 15 % |
| Selbstnutzung | mindestens 20 Jahre |
Gefördert werden Neubau, der Erwerb von Bestandsimmobilien und die nachhaltige Modernisierung. Die Richtlinie soll ausdrücklich die Innenstädte stärken. Ob ein Vorhaben in der Förderkulisse liegt, lässt sich über eine Karte der ILB prüfen. Es gelten Einkommensgrenzen.
Rechenbeispiel: Familie mit zwei Kindern, Gesamtkosten 400.000 Euro
- Förderung bis 50 % der Kosten: bis zu 200.000 € Darlehen
- Zuschuss: 10.000 € plus 2 × 10.000 € = 30.000 €
- Tilgung 3 %: bei 200.000 € anfangs 500 € im Monat, dazu rund 83 € Verwaltungskosten
- Einmalige Gebühr 2 % der Fördersumme
Zinsen fallen auf das Förderdarlehen nicht an. Den Rest der Kosten deckt die Familie mit Eigenkapital und einem Bankdarlehen.
Antrag und Beratung
- Förderkulisse prüfen: Mit der Karte der ILB klären, ob das Grundstück oder die Immobilie im Fördergebiet liegt.
- Förderrechner nutzen: Die ILB stellt einen Rechner für eine erste Einschätzung bereit.
- Beratung: Infotelefon Wohnungsbau der ILB oder ein Finanzierungsspezialist.
- Antrag bei der ILB: Vor Baubeginn beziehungsweise vor dem Kaufvertrag.
- Gesamtfinanzierung: Förderdarlehen und Zuschuss mit Bankdarlehen kombinieren.
Diese Unterlagen brauchst du
- Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder, etwa Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide oder Rentenbescheide
- Nachweise über Kinder, Schwangerschaft oder Schwerbehinderung
- Kostenaufstellung: Kaufpreis oder Baukosten, Grundstück, Nebenkosten
- Nachweise über Eigenkapital und geplante Eigenleistung
- Unterlagen zum Objekt: Exposé, Grundriss, Wohnflächenberechnung, bei Neubau Baubeschreibung und Energienachweis
- Finanzierungsplan mit Bankdarlehen und weiteren Förderungen
Die zuständige Stelle nennt dir die genauen Formulare. Vollständige Unterlagen beschleunigen die Bearbeitung erheblich.
Der richtige Zeitplan
Weil die Förderung vor dem Kauf- oder Bauvertrag beantragt werden muss, lohnt sich ein klarer Zeitplan. Starte mit der Prüfung der Einkommensgrenzen und einer ersten Finanzierungsberatung, sobald du ernsthaft suchst. Wenn du ein Objekt gefunden hast, reichst du den Förderantrag ein und vereinbarst parallel das Bankdarlehen. Erst wenn der Antrag eingegangen ist und die zuständige Stelle grünes Licht für die nächsten Schritte gibt, folgt der Notartermin. Verkäufer reagieren oft verständnisvoll, wenn man erklärt, dass eine Förderung beantragt wird – sprich das Thema früh an.
Bundesförderung ergänzend nutzen
Zusätzlich zur Landesförderung stehen dir in Brandenburg alle Programme des Bundes offen: die KfW-Programme „Wohneigentum für Familien“ für klimafreundliche Neubauten, „Jung kauft Alt“ für sanierungsbedürftige Bestandshäuser, der Wohngebäude-Kredit für Sanierungen und die Heizungsförderung. Dazu kommen Wohn-Riester, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage beim Bausparen. Einen Überblick findest du in den Beiträgen KfW-Förderung fürs Eigenheim und Wohn-Riester ab 2027.
Häufige Fehler
- Kaufvertrag vor dem Antrag unterschrieben
- Förderkulisse nicht geprüft
- Eigenleistung zu knapp geplant
- Laufende Verwaltungskosten nicht in die Rate eingerechnet
Praxisfall: Bestandshaus in der Innenstadt
Ein Paar mit einem Kind kauft ein älteres Reihenhaus im Zentrum einer brandenburgischen Kleinstadt. Weil das Haus im Fördergebiet liegt, erhält es das zinsfreie Darlehen für bis zu die Hälfte der Kosten, den Grundzuschuss von 10.000 Euro, 10.000 Euro für das Kind und einen Zuschlag für den Bestandserwerb. Die Modernisierung von Heizung und Fenstern plant das Paar gleich mit ein und kombiniert sie mit der Heizungsförderung der KfW.
Gut zu wissen: Förderprogramme der Länder werden regelmäßig angepasst, oft zum Jahreswechsel. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue Konditionen veröffentlicht sind, und vermerken die Änderung im Kasten unten.
Nebenkosten und Eigenkapital realistisch planen
Auch mit Förderung musst du in Brandenburg die Kaufnebenkosten einplanen: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Diese Kosten werden in der Regel aus Eigenkapital bezahlt und nicht von Förderprogrammen übernommen. Mit dem Rechner für die Gesamtkosten beim Hauskauf siehst du, wie viel Eigenkapital du insgesamt brauchst, und mit dem Budgetrechner, welcher Kaufpreis zu deiner Monatsrate passt. Wer diese Zahlen vor der Suche kennt, verhandelt sicherer und vermeidet böse Überraschungen beim Notartermin.
Sparen mit staatlicher Unterstützung
Wer den Kauf in Brandenburg erst in einigen Jahren plant, kann das Eigenkapital mit staatlicher Hilfe ansparen. Bausparer erhalten unter bestimmten Einkommensgrenzen die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Mit Wohn-Riester gibt es ab 2027 deutlich höhere Zulagen, besonders für Familien mit Kindern. Diese Förderungen gelten bundesweit und lassen sich später mit der Förderung beim Kauf kombinieren. Wie viel bei dir möglich ist, zeigen der Bauspar-Förderrechner und der Eigenheimrente-Rechner.
So vergleichst du Förderung und Bankdarlehen
Ein Förderprogramm ist nicht automatisch die günstigste Lösung – meistens aber schon. Für einen fairen Vergleich solltest du alle Kosten über die gesamte Laufzeit betrachten: Zinsen, laufende Verwaltungskosten, einmalige Gebühren und Kosten für die Grundschuld. Ziehe davon Zuschüsse und Tilgungsnachlässe ab, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Achte außerdem auf die Flexibilität: Sind Sondertilgungen möglich? Wie lange ist der Zins fest? Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung? Ein Spezialist kann die Varianten für dein Vorhaben in Brandenburg nebeneinanderstellen, damit du in Ruhe entscheiden kannst.
- Gesamtkosten statt nur Monatsrate vergleichen
- Zuschüsse und Tilgungsnachlässe einrechnen
- Flexibilität bei Sondertilgung und Zinsbindung prüfen
- Reihenfolge von Antrag und Vertrag einplanen
Für wen sich die Förderung lohnt
Die neue Brandenburger Förderung ist besonders attraktiv für Familien mit mehreren Kindern, weil jedes Kind 10.000 Euro Zuschuss bringt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Zusammen mit dem zinsfreien Darlehen sinkt die monatliche Belastung erheblich. Wer ein älteres Haus in einer Innenstadt kauft, profitiert zusätzlich vom Zuschlag für den Bestandserwerb.
Weniger geeignet ist das Programm für Haushalte, die nur kurz in der Immobilie wohnen wollen: Die Selbstnutzung ist für 20 Jahre vorgeschrieben. Auch die laufenden Verwaltungskosten und die einmalige Gebühr sollten in die Rechnung einfließen, damit der Vergleich mit einem Bankdarlehen fair ist. In den meisten Fällen bleibt das Förderdarlehen trotzdem deutlich günstiger.
Unser Tipp: Lass dir die Förderfähigkeit in Brandenburg bestätigen, bevor du dich auf ein Objekt festlegst. Viele Förderstellen und Spezialisten können anhand weniger Angaben einschätzen, ob du in Frage kommst. Das kostet nichts und verhindert, dass du ein Objekt auswählst, das am Ende nicht zu den Bedingungen passt.
Wie Eigenheim 2.0 dich unterstützt
Wer in Brandenburg kaufen oder bauen möchte, muss viele Fragen klären: Welche Landes- und Bundesprogramme passen? Welche Reihenfolge ist einzuhalten? Wie viel Eigenkapital ist nötig? Mit unseren Rechnern kannst du vorab prüfen, welcher Kaufpreis zu deinem Budget passt und welche Kosten insgesamt auf dich zukommen. Wenn du konkret werden möchtest, leiten wir deine Anfrage an einen Spezialisten weiter, der Förderprogramme und Bankdarlehen zu einer passenden Finanzierung zusammenstellt – kostenlos und unverbindlich für dich.
Was sich zuletzt geändert hat
- 01.01.2026: Neue Wohneigentum-Förderrichtlinie, gültig bis 31.12.2028. Zuschuss pro Kind von 5.000 auf 10.000 Euro erhöht.
Begriffe kurz erklärt
- ILB
- Investitionsbank des Landes Brandenburg.
- Förderkulisse
- Gebiete, in denen ein Programm gilt.
- Zinsfrei
- Ohne Zinsen, aber mit Verwaltungskosten.
- Erbbaurecht
- Recht, auf einem fremden Grundstück zu bauen. Es kann statt Eigentum am Grundstück genügen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zinsfreies Darlehen bis 230.000 Euro.
- 10.000 Euro Zuschuss plus 10.000 Euro pro Kind.
- Bis 50 Prozent der Kosten, Schwerpunkt Innenstädte.
- Richtlinie gilt 2026 bis 2028.
- Antrag bei der ILB vor Vertrag oder Baubeginn.
Häufige Fragen
Wird auch der Kauf eines gebrauchten Hauses gefördert?
Ja, und es gibt dafür sogar einen Zuschlag.
Muss das Haus in einer Innenstadt liegen?
Die Richtlinie stärkt gezielt Innenstädte. Ob dein Objekt gefördert wird, zeigt die Förderkulisse der ILB.
Was kostet das zinsfreie Darlehen?
Eine einmalige Gebühr von 2 Prozent und laufend 0,5 Prozent pro Jahr auf das Restdarlehen.
Wie lange muss ich selbst darin wohnen?
Mindestens 20 Jahre.
Gibt es Einkommensgrenzen?
Ja, die genauen Werte nennt die ILB.
Wo bekomme ich Beratung?
Beim Infotelefon Wohnungsbau der ILB oder bei einem Finanzierungsspezialisten.
Förderung in Brandenburg nutzen
Ein Spezialist prüft, welche Förderung du in Brandenburg bekommst, und kombiniert sie mit KfW und Bankdarlehen.
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