Ein eigenes Zuhause ist für viele der größte Schritt im Leben – finanziell und persönlich. Ob du eine Wohnung kaufst, ein Bestandshaus übernimmst oder neu baust: Mit einem klaren Plan behältst du den Überblick. Hier findest du alle Schritte vom ersten Kassensturz bis zur Schlüsselübergabe, die passenden Rechner und unsere Ratgeber-Beiträge.
Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Redaktion Eigenheim 2.0
Kurz erklärt
Am Anfang steht die Frage, wie viel Haus zu deinem Budget passt. Danach folgen Suche und Besichtigung, die Finanzierungszusage, der Notartermin und die Übergabe. Beim Neubau kommen Grundstück, Bauvertrag und Bauphase hinzu. Plane zum Kaufpreis immer die Nebenkosten und eine Reserve ein.
- Budget klären, bevor du besichtigst
- Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlen
- Finanzierungszusage vor dem Notartermin

Kaufen oder bauen?
| Bestandsimmobilie kaufen | Neu bauen | |
|---|---|---|
| Zeit bis zum Einzug | oft wenige Monate | meist ein Jahr oder länger |
| Kostenplanung | Kaufpreis steht fest, Modernisierung kommt dazu | Baukosten können sich während der Bauzeit ändern |
| Gestaltung | vorhandener Grundriss, Umbau möglich | eigene Planung nach Wunsch |
| Energiestandard | je nach Baujahr und Sanierungsstand | aktueller Standard |
| Lage | oft in gewachsenen Wohngebieten | häufig in Neubaugebieten am Ortsrand |
Beides hat Vor- und Nachteile. Ein Bestandshaus ist schneller bezugsfertig und steht oft in einer gewachsenen Nachbarschaft, bringt aber häufig Modernisierungsbedarf mit. Ein Neubau entspricht deinen Wünschen und dem aktuellen Energiestandard, dauert aber länger und birgt das Risiko steigender Baukosten. Eine Eigentumswohnung kann ein guter Einstieg sein, wenn das Budget für ein Haus nicht reicht oder du in der Stadt wohnen möchtest.
Schritt für Schritt zum Eigenheim
- Budget ermitteln. Mit dem Budgetrechner herausfinden, welche Rate dauerhaft passt und welcher Kaufpreis realistisch ist.
- Eigenkapital prüfen. Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus eigenen Mitteln kommen.
- Finanzierung vorklären. Eine erste Einschätzung durch einen Spezialisten zeigt, was Banken mitmachen.
- Objekt suchen. Lage, Größe, Zustand und Preis mit deinen Prioritäten abgleichen.
- Besichtigen und prüfen. Zustand von Dach, Heizung, Fenstern und Leitungen einschätzen, Unterlagen anfordern.
- Finanzierungszusage einholen. Erst mit Zusage den Notartermin vereinbaren.
- Kaufvertrag beurkunden. Den Entwurf vorher in Ruhe lesen und Fragen klären.
- Übergabe und Einzug. Zählerstände notieren, Übergabeprotokoll erstellen, Versicherungen anpassen.
Worauf du bei der Besichtigung achten solltest
Bei der ersten Besichtigung zählt oft der Gesamteindruck. Spätestens beim zweiten Termin lohnt sich ein genauer Blick auf die Bausubstanz. Feuchte Stellen im Keller, Risse in der Fassade, alte Fenster oder eine Heizung kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer können hohe Folgekosten bedeuten. Frage nach Baujahr, letzten Modernisierungen, Energieausweis, Grundriss und Wohnflächenberechnung. Bei Eigentumswohnungen gehören auch die Protokolle der Eigentümerversammlungen, der Wirtschaftsplan und die Höhe der gemeinsamen Rücklage dazu. Wer unsicher ist, nimmt einen Gutachter oder einen erfahrenen Handwerker mit.
- Energieausweis und Heizungsalter
- Zustand von Dach, Fassade und Fenstern
- Feuchtigkeit im Keller und an Außenwänden
- Elektrik und Wasserleitungen
- Grundbuchauszug und Baulasten
- bei Wohnungen: Hausgeld, Rücklage, Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft
Die Kosten im Blick
Zum Kaufpreis kommen die Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch und gegebenenfalls eine Maklerprovision. Je nach Bundesland und Maklervereinbarung summieren sie sich auf einen erheblichen Anteil des Kaufpreises. Dazu kommen Modernisierung, Umzug und Einrichtung. Beim Neubau sind Erschließung, Hausanschlüsse, Außenanlagen und Bereitstellungszinsen typische Posten, die anfangs unterschätzt werden. Mit unseren Rechnern kannst du alle Kosten zusammenstellen.
Besonderheiten beim Neubau
Wer baut, trifft viele Entscheidungen: Bauträger oder Architekt, Massivhaus oder Fertighaus, schlüsselfertig oder mit Eigenleistung. Der Bauvertrag sollte Leistungen, Termine, Zahlungsplan und Gewährleistung genau regeln. Gezahlt wird in Raten nach Baufortschritt, die Finanzierung wird entsprechend abgerufen. Plane einen Puffer für Mehrkosten und Bauverzögerungen ein – während der Bauzeit fällt meist noch Miete an. Für energieeffiziente Neubauten gibt es Förderkredite der KfW, deren Bedingungen sich regelmäßig ändern.
Förderung beim Kauf
Neben Bankdarlehen gibt es Förderprogramme für den Erwerb von Wohneigentum: Programme der KfW, etwa für Familien oder für den Kauf und die Sanierung älterer Häuser, sowie Angebote der Landesförderbanken. Manche Bundesländer unterstützen Familien beim Ersterwerb mit zinsgünstigen Darlehen oder Zuschüssen. Welche Programme aktuell gelten, erklären wir im Ratgeber unter dem Thema Förderung. Ein Spezialist prüft, welche Bausteine zu deiner Situation passen.
Ein Tipp für die Suche: Lege vorab fest, welche Kriterien unverzichtbar sind und bei welchen du Kompromisse machen kannst. Wer klare Prioritäten hat, entscheidet schneller und lässt sich bei einer Besichtigung weniger vom ersten Eindruck leiten.
Wie Eigenheim 2.0 dich unterstützt
Mit unseren kostenlosen Rechnern klärst du Budget, Gesamtkosten und Eigenkapitalbedarf, bevor du dich auf ein Objekt festlegst. Der Rechner „Miete oder Kaufen“ zeigt, was deine heutige Miete finanzieren könnte. Im Ratgeber erklären wir die einzelnen Schritte im Detail. Wenn du konkret werden willst, leiten wir deine Anfrage an einen Spezialisten weiter, der Finanzierung und Förderung für dich zusammenstellt.
Wohnung oder Haus?
Eine Eigentumswohnung ist oft günstiger als ein Haus in vergleichbarer Lage und eignet sich gut für Singles, Paare oder als Einstieg ins Eigentum. Du teilst dir Kosten und Verantwortung mit der Eigentümergemeinschaft, bist bei Entscheidungen über das Gemeinschaftseigentum aber auch an deren Beschlüsse gebunden. Ein Haus bietet mehr Platz und Gestaltungsfreiheit, oft einen eigenen Garten, verlangt aber auch, dass du dich um alles selbst kümmerst – von der Dachrinne bis zur Heizung. Überlege, welche Rolle Lage, Platz, Garten und Aufwand für dich spielen.
Die richtige Lage finden
Die Lage lässt sich später nicht mehr ändern – deshalb lohnt es sich, sie besonders sorgfältig zu prüfen. Wichtig sind der Weg zur Arbeit, Schulen und Kitas, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und die Anbindung an Bus und Bahn. Besuche die Gegend zu verschiedenen Tageszeiten, auch abends und am Wochenende. Informiere dich bei der Gemeinde über Bebauungspläne in der Nachbarschaft und über geplante Straßen oder Gewerbegebiete. Auch Hochwasser- und Starkregengefahr spielen eine immer größere Rolle, etwa für die Versicherung.
- Weg zur Arbeit und Anbindung an den Nahverkehr
- Schulen, Kitas, Ärzte und Einkauf
- Lärm, Verkehr und geplante Bauvorhaben
- Hochwasser- und Starkregenrisiko
- Entwicklung der Gegend in den letzten Jahren
Der Kaufvertrag in einfachen Worten
Der Kaufvertrag regelt, was genau verkauft wird, zu welchem Preis und wann der Kaufpreis fällig ist. Er enthält Angaben zu Lasten im Grundbuch, zur Übergabe, zur Haftung für Mängel und zu mitverkauftem Inventar. Bei Bestandsimmobilien wird die Haftung für Sachmängel meist ausgeschlossen – umso wichtiger ist eine gründliche Besichtigung vorher. Der Notar muss dir den Entwurf in der Regel zwei Wochen vor dem Termin zur Verfügung stellen. Nutze die Zeit, lies ihn in Ruhe und kläre offene Fragen vorab.
Nach dem Kauf: die ersten Schritte
- Übergabeprotokoll mit Zählerständen und Schlüsseln erstellen
- Gebäude- und Haftpflichtversicherung anpassen oder abschließen
- Versorger für Strom, Gas, Wasser und Internet ummelden
- Grundsteuerbescheid und Abfallgebühren auf deinen Namen umstellen lassen
- Rücklage für Reparaturen per Dauerauftrag anlegen
Das Wichtigste in Kürze
- Erst das Budget klären, dann suchen und besichtigen.
- Kaufnebenkosten und Reserve von Anfang an einplanen.
- Zustand des Objekts gründlich prüfen, bei Bedarf mit Gutachter.
- Finanzierungszusage vor dem Notartermin einholen.
- Förderprogramme für Kauf und Neubau prüfen lassen.
Begriffe kurz erklärt
- Kaufnebenkosten
- Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision.
- Auflassungsvormerkung
- Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers sichert.
- Energieausweis
- Dokument mit Angaben zum Energiebedarf oder -verbrauch eines Gebäudes. Beim Verkauf muss er vorgelegt werden.
- Bauträger
- Unternehmen, das Grundstück und Haus aus einer Hand verkauft.
- Baulast
- Öffentlich-rechtliche Verpflichtung, die auf einem Grundstück liegt, etwa ein Wegerecht.
Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hauskauf?
Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital kommen. Mehr Eigenkapital senkt das Darlehen und verbessert oft den Zins.
Wie lange dauert ein Hauskauf?
Von der Zusage bis zum Einzug vergehen meist einige Wochen bis wenige Monate. Beim Neubau ist mit einem Jahr oder mehr zu rechnen.
Brauche ich einen Gutachter?
Bei älteren Häusern ist er sehr empfehlenswert. Ein Gutachter erkennt Mängel, die Laien übersehen, und hilft bei der Preisverhandlung.
Was passiert beim Notartermin?
Der Notar liest den Kaufvertrag vor, erklärt ihn und beurkundet ihn. Danach kümmert er sich um Grundbucheinträge und die Fälligkeit des Kaufpreises.
Kann ich ohne Makler kaufen?
Ja. Privatverkäufe ohne Makler sparen die Provision. Die Prüfung von Objekt und Unterlagen liegt dann vollständig bei dir.
Wann sollte ich mit der Bank sprechen?
Am besten bevor du ernsthaft suchst. Eine Vorabeinschätzung zeigt, welcher Kaufpreis realistisch ist, und macht dich bei Verkäufern glaubwürdiger.
Bereit für dein Eigenheim?
Ein Spezialist prüft, welche Finanzierung und welche Förderung zu deinem Vorhaben passen – kostenlos und unverbindlich.
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